Gemeinwohlökonomie Teil 5 – ethisches Finanzmanagement – Hintergründe, Ziele

© 3D-Rendering: www.corporate-interaction.com

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Im letzten Artikel haben wir uns Umsetzungsbeispiele zum „ethischen Beschaffungs-management“ (= A1) angesehen. In diesem Artikel nehmen wir uns den zweiten Indikator (B1), das ethische Finanzmanagement vor.

Ziele des Indikators B1

Ziel ist es, darauf zu achten, das Geld wieder zu dem zu machen, wofür es geschaffen wurde: Zum Mittel, um Produkte und Leistungen zu erwerben – und das nicht mehr gegen andere Waren, sondern gegen eine individuell einsetzbare Gegenleistung. Momentan ist die Geld-/Kapitalvermehrung leider mehr oder weniger das (einzige) Ziel der meisten Unternehmen – koste es langfristig und rundherum, was es wolle!
Die GWÖ macht durch die Gemeinwohlbilanz transparent, woher das Geld kommt, mit dem ein Unternehmen agiert.

Entscheidende Fragen, die man sich hier zu stellen hat sind:

Mit welchen Banken und welcher Vorsorgekasse arbeiten wir zusammen?
Inwieweit sind diese Institutionen ausschließlich auf ethisch nachhaltige Finanzdienstleistungen spezialisiert?
Woher kommt unser Fremdkapital? Wie hoch ist unsere Eigenkapitalquote?
Wie finanzieren wir uns? Wie hoch sind die Zinsen und inwieweit finanzieren wir uns über unsere Berührungsgruppen?

Auswirkungen durch ethisches Finanzmanagement

Durch ein ethisches Finanzmanagement entsteht bei vielen Unternehmen eine größere Unabhängigkeit von Fremdkapitalgebern, die keinen unmittelbaren Bezug zu dem Unternehmen haben. Dadurch erhöht sich die Stabilität und langfristig gesehen die Gestaltungsspielräume der Unternehmen.
Entscheidungen hinsichtlich FinanzgeberInnen und Veranlagung erfolgen bewusster – und in der Regel gemeinwohlorientierter – womöglich auch mit dem Fokus auf Regionalität. So wird Wertschöpfung im Land/der Region gehalten, was in der Regel dem hier ansässigen Unternehmen reflexiv zugute kommt.

Resumee:

Darauf zu achten, woher die Finanzmittel kommen verändert den Finanzmarkt insgesamt und stellt einen wesentlichen Beitrag zur gelebten Gemeinwohlorientierung dar. Geld darf nicht länger Zweck des Wirtschaftens sein, sondern muss wieder zum reinen Mittel werden. Die Gemeinwohlökonomie zeigt auf, wie das gehen kann.

… im nächsten Artikeln beschreiben wir Best Practices zu diesem Indikator!

 

Weitere Artikel zum Thema Gemeinwohlökonomie:

Gemeinwohlökonomie Teil 4: ethisches Beschaffungsmanagement – Gelebte Beispiele

Gemeinwohlökonomie Teil 3: ethisches Beschaffungsmanagement – Hintergründe und Ziele

Gemeinwohlökonomie Teil 2: Mit der Gemeinwohlmatrix zur Gemeinwohlbilanz

Gemeinwohlökonomie Teil 1: Ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell der Zukunft“

Author: Sabine Lehner

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