Gemeinwohlökonomie Teil 7 – MitarbeiterInnen und UnternehmerInnen – Hintergründe, Ziele

© 3D-Rendering: www.corporate-interaction.com

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Im letzten Artikel haben wir uns Umsetzungsbeispiele zum „ethischen Finanzmanagement“ (= B1) angesehen. In diesem Artikel nehmen wir uns die Indikatoren zur Berührungsgruppe MitarbeiterInnen, einschließlich der UnternehmerInnen selbst (C1 – C5), vor.
Ziele der Indikatoren C1 – C5
Ziel ist es, einerseits den Umgang miteinander sowie die Gestaltung des Arbeitsplatzes zu analysieren und sein persönliches Verhalten in Sachen Mobilität oder Ernährung zu hinterfragen, andererseits aber auch eine sozial gerechte Verteilung von Arbeitszeit und Entlohnung sicherzustellen.
Die GWÖ macht durch die Gemeinwohlbilanz transparent, wie sich UnternehmerInnen in diesem Bereich verhalten und welche Maßnahmen institutionalisiert betrieben werden.

Einige der entscheidenden Fragen, die man sich hier zu stellen hat sind:

Wie sind die Arbeitsplätze gestaltet? Entsprechen sie den Anforderungen der MitarbeiterInnen? Können diese mitgestalten?
Wie sehen unsere Arbeitszeitmodelle aus? Gibt es flexible Angebote?
Wie viele Überstunden fallen regelmäßig an? Wie sieht die Relation zwischen Arbeits- und Freizeit bei den UnternehmerInnen selbst aus?
Welche Möglichkeiten haben die MitarbeiterInnen, umweltfreundlich zum Firmenstandort zu gelangen?
Gibt es Angebote für einen „gesunden“, biologischen Mittagstisch?
Wie transparent sind die Gehälter? Können die MitarbeiterInnen diesbezüglich mitbestimmen?
Wie hoch ist die Gehaltsspreizung im Unternehmen?

Auswirkungen durch einen gemeinwohlorientierten Umgang mit MitarbeiterInnen
Wie mittlerweile viele wissenschaftliche Studien belegen, ist ein wertschätzendes, transparentes Arbeitsumfeld die Basis für die Motivation von MitarbeiterInnen. Das Wissen um die Zahlen, Daten, Fakten des Unternehmens, in dem MitarbeiterInnen tätig sind, verpflichtet sie gleichsam, aktiv mitzudenken, mitzuwirken und zu agieren, statt zu reagieren, wenn es zu spät ist.
Eine Ausgewogenheit an Arbeitszeit, dh, das Verhindern von zu vielen belastenden, regelmäßigen Überstunden, wirkt sich positiv auf den Gesundheitszustand aus – psychisch wie physisch – und senkt so Kosten für krankheitsbedingte Ausfälle enorm.
Das bewusste Auseinandersetzen mit den Themen der Gemeinwohlökonomie wirkt sich darüber hinaus auf das private Verhalten der MitarbeiterInnen aus – sowohl beim Einkaufen, der Mobilität, bis hin zum Wahrnehmen demokratischer Rechte bei politischen Wahlen.

Resumee:
Das wertvollste Kapital von Unternehmen, die MitarbeiterInnen, wertschätzend und offen in die Entwicklung des Unternehmens einzubeziehen, wirkt sich für Unternehmen auf vielen Ebenen positiv aus: Streuung des Risikos, weil viele Aspekte mitberücksichtigt werden; von einer breiten Masse getragene Entscheidungen, die intrinsisch motiviert umgesetzt und weiterentwickelt werden; weniger krankheitsbedingte Ausfälle und Steigerung des Leistungspotenzials insgesamt – ohne zusätzlichen Kosteneinsatz für Motivationsseminare! 😉 …

… im nächsten Artikeln beschreiben wir Best Practices zu diesem Indikator!

Weitere Artikel zum Thema:

Gemeinwohlökonomie Teil 6 – ethisches Finanzmanagement – Hintergründe, Ziele

Gemeinwohlökonomie Teil 5 – ethisches Finanzmanagement – Hintergründe, Ziele

Gemeinwohlökonomie Teil 4: ethisches Beschaffungsmanagement – Gelebte Beispiele

Gemeinwohlökonomie Teil 3: ethisches Beschaffungsmanagement – Hintergründe und Ziele

Gemeinwohlökonomie Teil 2: Mit der Gemeinwohlmatrix zur Gemeinwohlbilanz

Gemeinwohlökonomie Teil 1: Ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell der Zukunft“

Author: Sabine Lehner

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